Fotomarathon Karlsruhe

Mein erster Fotomarathon. Ein Geschenk zu Weihnachten. Ich hatte keinerlei Vorstellungen. Hatte mir nur mal die Aufgaben und Ergebnisse von 2016 angeschaut.

Also auf nach Karlsruhe. Bis 10 Uhr mussten wir uns registrieren. Dann folgte eine kurze Ansprache von Thomas Adorff – Veranstalter, Fotograf und Olympus Visionary.

Wir wurden mit einem schicken Turnbeutel ausgestattet, darin allerlei Fotozeitschriften, Apfel, Wasser, Gutscheine etc. und wir bekamen die ersten drei Aufgaben:

3,2,1, meins.
3 Engel für Charlie.
Aller guten Dinge sind 3.

Mein erster Gedanke, der sich auch die nächsten Stunden noch festigte: „puh“. Ich empfand die Aufgaben als ziemlich schwierig. 3, 2, 1, meins – keine Ahnung wie ich das darstellen soll. Etwas fotografieren, während ich danach greife? Zahlen? Ich hatte überhaupt keine Idee. „Aller guten Dinge sind Drei“ erschien mir da noch regelrecht simple, aber die Regel ist: Alle Aufgaben nacheinander zu fotografieren.

Zu den Regeln: Die Speicherkarte wird zum Schluss abgegeben. Mit 11 Fotos – nicht mehr, nicht weniger. Das erste Bild ist die Startnummer, dann folgen die Fotos zu der jeweiligen Aufgabe in der richtigen Reihenfolge. Man darf also mehrere Fotos zu einer Aufgabe machen, muss sich aber kurz vor Schluß entscheiden und alle übrigen raus löschen. Alle Fotos müssen in der Zeit des Fotomarathons aufgenommen sein. Das wird am Ende geprüft. Nur JPGs und keine Nachbearbeitung. Ich hoffe ich habe nichts vergessen.

Nach 3h kam ich zum ersten Treffpunkt und hatte ein Foto. Juchu! Das Foto der Startnummer.

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Es folgte eine weitere Registrierung und dann gab es die nächsten vier Aufgaben.

Die 3 Damen vom Grill.
3 mal 3 macht Neun.
3-Käsehoch.
3 Meter gegen den Wind.

Nochmal „Puh!“.
Die Zeit verging. Die ersten drei Bilder waren nach ca. 6 Stunden gemacht. Wenn auch nicht mit vollster Zufriedenheit. Aber irgendwie musste ich mich ja herantasten.

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Das Zahlenschloss – 3, 2, 1, meins – sprang mir ins Auge. Ich brauchte es. Um weiter zu kommen. Mich an die zweite Aufgabe zu machen.

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Für die zweite – 3 Engel für Charlie – entschied ich mich für die Olympen und die Hand. Wir hatten drei dabei. Es gab noch andere Ideen dazu, zum Beispiel drei Engel aus einem Spielladen oder drei Gänseblümchen plus Käfer oder 3 Paar Pumps und im Hintergrund ein Männerschuh oder Schlips, irgendwas in der Art. Die Engel erschienen mir jedoch langweilig, es gab die Gänseblümchen, aber keinen Charlie und dann hab ich irgendwie nicht den Mut gefunden in den Schuhladen zu laufen und die drei Paar Pumps zu inszenieren. Also blieb es bei den Olympen.

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Bei der dritten Aufgabe – Aller guten Dinge sind 3 – gab es dann eine Notlösung: 3 Bällchen. Schoko, Vanille, Schoko. Leider etwas „unspektakulär“. Die scheinbar leichteste Aufgabe war dann doch die, die mir etwas Kopfzerbrechen bereitete. Während ich durch die Stadt lief und mit den ersten beiden Aufgaben haderte, sah ich immer wieder dreierlei Dinge und dann, als die Aufgabe dran war: Nichts. Also sie waren ganz sicher da, aber aus irgendeinem Grund fehlte mir die Aufmerksamkeit.

Der zweite Treffpunkt verriet uns die letzten drei Aufgaben.

Nicht bis 3 zählen können.
3 Fragezeichen.
3 Kreuze.

In Gedanken schlug ich die Hände über den Kopf zusammen und versuchte gar nicht erst an die letzten drei Themen zu denken. Jetzt war erstmal die vierte dran – die 3 Damen vom Grill. Ich fotografierte 3 Bratwürste und 3 Schaufensterpuppen. Zum Schluss habe ich die Bratwürste gelöscht. Warum auch immer, denn die Schaufensterpuppen hatten am wenigsten mit dem Titel gemein. Es war einfach ein Bauchgefühl. Oder das Foto gefiel mir unabhängig von der Aufgabe einfach besser.

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Die Zeit flog und ich machte Foto um Foto und bewegte mich immer weiter weg von den Themen. Ich habe mich selbst einfach zu sehr unter Druck gestellt.

Es war nur noch eine Stunde Zeit. Zwischen 19 und 20 Uhr sollte abgegeben werden. Wir überzogen maßlos. Eine Hausnummer (wie originell) zur fünften Aufgabe – 3 mal 3 macht Neun, drei Babybel aufeinandergestapelt (puh, hat zum Glück keiner zugeschaut), passend zur Aufgabe 3-Käsehoch. Dann eine schnelle Aufnahme von einem Windrad. Wo sind hier die 3 Meter? Und gegen den Wind? Naja, egal.

Meine Füße taten weh. Waren jetzt knapp 10 Stunden in Karlsruhe unterwegs. Und meine Laune schwankte. Zwischen Euphorie und Enttäuschung. Ich quälte mich mit den letzten Aufgaben. „Nicht bis 3 zählen können“ – ich dachte, ein Spruch zum Thema Fußball könnte passen. Leider habe ich die Variante aus Versehen gelöscht, die alles scharf gezeigt hat. Eigentlich hatte ich auch noch eine Bierflasche im Mülleimer fotografiert (im Sinne von: betrunken kann doch niemand mehr bis 3 zählen). Aber auch dieses habe ich dann gelöscht. Für die „drei Fragezeichen“ fotografierte ich einfach ein für mich nicht zu entzifferndes Graffiti. Denn dies erzeugte bei mir Fragezeichen. Vielleicht auch mehr als drei.

Die letzte Aufgabe – 3 Kreuze – habe ich nicht geschafft. Wollte noch auf den Friedhof, aber die Zeit war abgelaufen und ich total kaputt.

Ich setzte mich ins Auto. Mit meiner Speicherkarte. Ganze 10 Fotos drauf. Der Tag kam mir auf einmal so nutzlos verbracht vor.

Mein Fazit: Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder mitmachen. Denn es war eine echte Herausforderung. Unterwegs verfluchte ich die Regeln, aber so im Nachhinein betrachtet, ist mir klar, dass der Marathon von diesen Regeln lebt und das ganze so schön spontan und knifflig macht. Es war eine tolle Erfahrung. Und: Das Datum für den 4. Fotomarathon in Karlsruhe steht schon fest.

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Die Gewinner oder Siegerfotos habe ich noch nicht gesehen, werden demnächst auf der Website veröffentlicht. Die Vernissage mit Preisverleihung war vor zwei Tagen. Leider konnten wir nicht dabei sein.

Es gab übrigens auch ein paar tolle Preise: Als Hauptgewinn eine Olympus OM-D EM10 MK2 Pancake Kit, als zweiten Gewinn das SP AF 70-300 F/4-5.6 Di VC USD von Tamron, weiterhin ein Stativ 190Go von Manfrotto, Bücher, Software-Pakete, einen Spyder Checkr, Abos und vieles mehr.

www.foto-marathon.de
www.facebook.com/PhotomarathonKarlsruhe

Magische Mottos: Kontraste

Ostersonntag und es regnet. Eine gute Gelegenheit den Beitrag für die Magischen Mottos zu schreiben. Im April ist das Thema „Kontraste“. Und ich habe passend dazu ein paar farbenprächtige Blüten eingefangen und als Kontrast dazu ein paar vertrocknete Halme (die jedoch nicht weniger ansehnlich sind).

Die bunten Blüten lassen mein Herz höherschlagen. So dominant am Wegesrand, kaum zu übersehen. Und so lebendig.

Magische Mottos

Aber auch die vertrockneten Blüten und Halme lassen mich kein Trübsal blasen. Es sind die verborgenen oder auch „vergessenen“ Schönheiten, die manchmal erst auf den zweiten Blick gesehen werden. Durch die gedämpften Farben wirken sie auf mich eher ruhig und unaufgeregt.

Magische Mottos

 

A10 – Freistellen und die Drittelregel

Letzten Monat wurde die dritte Karte aus dem Kartenspiel see the bigger picture von Heidi veröffentlicht. Hier heißt es: A10 – Freistellen eines Objektes. Dazu habe ich die auf der Karte vorgeschlagene Wissenskarte W02 – Drittelteilung gewählt.

Hierbei geht es nicht um das klassische „Freistellen“ in der Nachbearbeitung, sondern um ein optisches Freistellen. Der Hintergrund ist so unscharf, dass sich das Motiv vom Hintergrund absetzt bzw. es hervortritt.

Im ersten Moment erschien es mir ganz simpel. Offene Blende und los. Aber es war dann doch nicht so einfach, denn die Blende musste ja so gewählt sein, dass das gesamte Objekt optisch vom Hintergrund freigestellt ist.

Also habe ich mich für diesen kleinen Baum hier entschieden, den ich gestern auf dem Spielplatz fotografiert habe:

Die nächste Aufgabe für Mai kommt von Bee. Wer die Karten ebenfalls zuhause hat und mitmachen möchte, der kann seinen Monatsbeitrag einfach immer nach dem 15. des Monats um 8 Uhr unter dem entsprechenden Beitrag zu dem Thema veröffentlichen. Hier geht es zu den Spielregeln.

März-Beiträge der anderen Teilnehmerinnen:

myeverydaylife Seh-N-sucht Nahaufnahme

Portrait & Available Light

Jule und ich verabredeten uns vor Kurzem erneut. Unsere erste Begegnung im Dezember hat uns Lust auf mehr gemacht.

Unser leerstehendes und abrissfertiges Einfamilienhaus bot uns die Möglichkeit für ein paar Aufnahmen. Mit einem Hauch von Melancholie. In meinem Kopf hatte ich einen Plan, eine ungefähre Vorstellung von den Bildern. Viel Raum. Wenig Mensch. Die Location als Gestaltungsrahmen. Doch ließen sich die Gedanken nicht umsetzen. Irgendwie wirkte dann alles ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte.

Also verließ ich den ursprünglichen Plan. Wir schauten uns jede Etage gemeinsam an. Hier und da gab es beim Betrachten einzelne Ideen, den Rest haben wir spontan gestaltet. Mit dabei: immer das Licht.

Portrait & Available Light

Port

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Im Treppenhaus fiel das Licht durch die Glasbausteine. Wenn auch nicht schön, so hatten sie in diesem Moment ihre Berechtigung.

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Auch auf dem Balkon suchte sich das Licht seinen Weg.

Ich hatte zwar einen Blitz dabei, aber das Tageslicht reichte völlig aus und selbst zur Dämmerung ließen sich ein paar Lichtspielereien umsetzen.

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Es macht großen Spaß mit Jule zu arbeiten. Sie ist so charmant und offen. Sie lacht viel und ist für jeden Gedanken zu haben. Und: ich darf mich ausprobieren – das ist das tollste daran. Vielen Dank, liebe Jule.

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