Der Bleistift ruht

Ich bin immer wieder fasziniert von Menschen, die aus dem Nichts Dinge entstehen lassen. Sich etwas ausdenken und dann zu Papier bringen. Zum Beispiel Schriftsteller. Wie viel Wissen und Fantasie stecken da in einem Buch? Wie viele Änderungen, von der Idee bis zum fertigen Werk? Wie viel Zeit insgesamt? Und wenn es fertig geschrieben ist, muss es den Leser auch noch überzeugen. Was ist das für eine Gabe, die Worte so zu wählen, dass manche Leser ein Buch innerhalb einer Nacht durch haben, dass sie den Leser so bewegen, dass er sich kaum abwendet, sich regelrecht in eine andere Welt versetzt fühlt oder sich im hier und jetzt direkt angesprochen fühlt.

Neben den Schriftstellern sind es für mich die Illustratoren/Zeichner, die mich faszinieren. Allein mit der Idee im Kopf entsteht ein Bild. Und alles, was es für die Visualisierung braucht, ist meist ein Stück Papier und ein Stift. Das finde ich irgendwie magisch und zieht mich schon mein Leben lang an.

Ich wollte das auch immer können. Allein aus der Vorstellung heraus ein Motiv zeichnen. Aber es funktioniert nicht. Ich habe zwar schon immer gerne gezeichnet, aber nur mit dem Bleistift und nur Dinge, die ich sehe und die sich nicht bewegen. In den letzten Jahren habe ich hin und wieder Babys gezeichnet. Hierfür habe ich mir als Vorlage ein paar Fotos geben lassen. Das hat mir Spaß gemacht, hat mir viel Ruhe gegeben und natürlich Freude beim Schenken bereitet. Heute komme ich nicht mehr dazu. Ich weiß nicht wann. Und in der Zwischenzeit ist die Sympathie zur Fotografie so gewachsen, dass ich mir lieber die Kamera schnappe und raus gehe. Alles geht eben doch nicht.

Hier mal ein paar Beispiele:

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Und wenn ich schon mal bei diesem Thema bin, möchte ich gern das Stöckchen von paleica aufnehmen:

„Es taucht in unterschiedlichen Fragerunden immer wieder die Frage auf, mit welcher Person, egal ob lebend oder tot, man sich gerne einmal treffen würde. Bei mir haben sich über die letzten Jahre im Grunde drei Persönlichkeiten herauskristallisiert, mit denen ich gern so einiges beplaudern und von denen ich mir gern so manches erzählen ließe. Da ich es generell eine spannende Frage finde und auch immer neugierig bin, was andere drauf antworten und vor allem: warum (dieser Aspekt kommt bei den Frage-Antwort-Stöckchen ja oft zu kurz) mache ich daraus eine kleine Blogparade, ein Stöckchen…“

Ich habe lange überlegt, weil es mich schon irgendwie interessiert hat, ob es da jemanden für mich gibt. Menschen, die in irgendeiner Weise sehr begabt bzw. besonders talentiert sind oder waren? Menschen, die mich durch ihr Tun oder Wirken inspirieren. Zumindest sind mir folgende eingefallen:

  1. Ub Iwerks – Artdirector von Walt Disney
    Ich hätte mich gerne mal einen ganzen Tag neben ihn gestellt. Einfach zugeschaut, wie er 100, 200 oder auch 500 Zeichnungen am Tag zaubert. Hätte gerne den Entstehungsprozess der Micky Maus miterlebt. Vom Rohentwurf bis hin zu den Detailzeichnungen. Mit den damaligen Mitteln. Erdacht von Walt Disney, aber zu Papier gebracht von Ub. War es nur ein Job oder Hingabe zu dem, was er tat? Konnte es überhaupt nach 200 Zeichnungen noch Hingabe sein? Darüber hätte ich gerne mit ihm gesprochen. Auch über die Zusammenarbeit mit Walt Disney. Da fallen mir als erstes Susi und Strolch, Bambi, Mary Poppins oder König der Löwen ein. Die Geschichten um Gut und Böse, Liebe und Abenteuer. Gar nicht weg zu denken oder? Die haben mich begleitet, als Kind, als Jugendliche und auch jetzt noch. Also, wenn Walt Disney gleich mit am Tisch sitzen würde, wäre ich auch nicht bös drum.
  2. Sascha Westphal – Illustrator aus Berlin
    Sascha ist gelernter Dachdecker und studierte mit mir Kommunikationsdesign in Rostock. Ich war schon während des Studiums wie in den Bann gezogen. Er saß ein paar Bänke vor mir und zeichnete einfach darauf los. Er hatte ein Bild im Kopf und konnte es zu Papier bringen. Heute arbeitet er für viele Agenturen, entwirft Storyboards für Ferrero oder illustiert für Ritzenhoff. Zu gerne hätte ich mich daneben gesetzt, als er das Storyboard für den Kinderriegel-Spot gezeichnet hat:

Schon irgendwie bemerkenswert. Von solchen Talenten gibt es eine Menge und das in den unterschiedlichsten Branchen. Dank Instagram und Co. auch keine große Hürde mehr sie zu entdecken.

7 Gedanken zu „Der Bleistift ruht“

  1. Wouw – Deine Babybilder sind wirklich toll. Erstaunlich, welche Talente in den Menschen schlummern, auch wenn gerade das, was man kann dann nicht so gewürdigt wird, wie das was andere können 😉

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  2. erstmal: schön, dass du mitgemacht hast, danke dass du deine worte und gedanken mit uns geteilt hast! eine spannende sichtweise. ich kann das gut nachvollziehen, obwohl es mir so geht, dass ich zeichentechnisch wirklich völlig talentfrei bin. dementsprechend: noch mal mehr hut ab für deine babyzeichnungen.

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  3. Wow! Das ist ganz großartig… In meinen Augen sind das perfekte Zeichungen!! Und wie schön diese Erinnerugn sein muss für die Eltern… Bin begeistert von einem weiteren großen Talent das Du zu besitzen scheinst… Bemerkenswert!

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